larynx | saison       
  2018 | 19

vermessen –

mehrchörige Messen aus vier Jahrhunderten 

Mit Beginn der Saison 2018/19 beschreitet das larynx | vokalensemble neue Wege. Während eines Konzertjahres widmen wir uns innerhalb mehrerer Projekte jeweils einem übergeordneten Thema und beleuchten dieses von verschiedenen Seiten. Den Auftakt machen mehrchörige Messvertonungen. Aus diesem unerschöpflichen Reservoir von Musik haben wir für Sie unbekannte, dennoch bedeutende und wegweisende Perlen herausgepickt. Wir begrüssen Sie zu einem Jahr voller Vielfältig - und Vielstimmigkeit: fünf Messen aus vier Jahrhunderten in drei Konzerten mit zwei Orchestern und einem Vokalensemble. Viel Vergnügen! 

Jubelmesse

Verso il cielo

vierchörige Schätze zu Christi Himmelfahrt 

Samstag, 1.Juni 2019

20:00 Uhr, Peterskirche Basel

Sonntag, 2.Juni 2019

19:00 Uhr, Kath. Kirche Kaiseraugst

Tickets

Basel: 40.- / 30.- (AHV/IV) / 15.- (Studierende) Kaiseraugst: Kollekte 

Reservation:

info@larynx-basel.ch

larynx | vokalensemble & Camerata Basel

1783 unternahm der Musiker und Schriftsteller Johann Friedrich Reichardt eine Reise dorthin, wo für ihn die Wiege kunstvoller Musik stand: nach Italien. Als Souvenir brachte er Partituren von Orazio Benevoli mit und zeigte sie seinem Kollegen und Vorgänger im Amt des preussischen Hofkapellmeisters Carl Friedrich Fasch. Der war so begeistert, dass er, von Benevolis vierchöriger Messe inspiriert, seinerseits eine Missa à 16 voci in quattro cori komponierte. Weil keiner der bestehenden Berliner Chöre das Werk bewältigen konnte, gründete er mit der bis heute existierenden Sing-Akademie Berlin 1793 kurzerhand sein eigenes Ensemble.

Im Alter von elf Jahren trat ein gewisser Felix Mendelssohn in die Sing-Akademie ein und kam so in Kontakt mit den vielstimmigen Grosswerken. Sie waren längst zu Paradestücken des Chores geworden. Auch nach seinem Austritt blieb er dem Ensemble stets verbunden. Viele seiner späteren Chorwerke – darunter auch die beiden Psalmen Erhaben, Herr, über alles und Jauchzet dem Herrn, alle Welt – wurden von der Sing-Akademie aufgeführt.

Naturgemäss sprengt eine Fahrt nach Italien oder gar in den Himmel den Rahmen eines Konzertabends. Mit dem Programm Verso il cielo nehmen larynx | vokalensemble und Camerata Basel Sie aber mit auf eine Reise durch drei Jahrhunderte voller vielstimmiger Klangpracht und komplexer Virtuosität und machen dabei in der phantastischen Musik Benevolis, Faschs und Mendelssohns Musikgeschichte unmittelbar erlebbar. Ein himmlisches Konzert mit einer gehörigen Portion Italianità. 

Vergangenes:

Totenmesse

Lux aeterna

a cappella-Werke zum Totensonntag

Samstag, 10. November 2018,

20:00 Uhr, Heiliggeistkirche Basel

Sonntag, 11. November 2018,

17:00 Uhr, Kirche Masans Chur

Reservation:

info@larynx-basel.ch

Bevor im Advent mit Kerzen das Licht in die dunkle Jahreszeit zurückkehrt, gedenkt man Ende November der Verstorbenen. Liturgisch ist dieser Ritus in der Missa pro defunctis verankert, besser bekannt als Requiem. Musikalisch verbinden wir es unweigerlich mit Mozart. Dabei geht oft vergessen, dass es unzählige andere bewegende Requiemvertonungen gibt. Darunter auch die Totenmesse des Bündner Komponisten Gion Antoni Derungs, welche wir sechs Jahre nach seinem eigenen Tod zur Aufführung bringen.

Derungs‘ Kompositionsstil ist geprägt durch Vorbilder der frankophonen Musikliteratur wie Francis Poulenc und Arthur Honegger. Jedoch auch Frank Martins Messe für Doppelchor hat ihn stark beeinflusst. Dieses wohl klangschönste a cappella-Werk des

20. Jahrhunderts bildet Höhepunkt und Abschluss des Abends. Martin verstarb im Jahr 1974. Es mag Zufall sein, dass Derungs Missa pro defunctis aus demselben Jahr stammt, verstärkt aber das Band zwischen beiden Komponisten. Wesentlich später (1990) schrieb Derungs sein Canticum Ezechiæ, notierte dazu aber den ausdrücklichen Wunsch, es vor seinem Requiem anzustimmen.

Nicht nur Stanley Kubrick war fasziniert von György Ligetis 16-stimmigen Lux æterna, das er für seinen Film A Space Odyssey verwendete. In der Geschichte der Chormusik wird das Stück als kleine Revolution gehandelt: Schwebende Clusterklänge ohne erkennbaren Rhythmus ersetzen transparente Mehrstimmigkeit. Die individuellen Stimmen lösen sich in Spektren von Klangfarben auf. Welche bessere Metapher für die Auflösung des Menschen im ewigen Licht könnte es geben? Und so schliesst sich der Kreis: Während uns der Advent das Licht zurückbringt, leuchtet im Jenseits das ewige. 

Festmesse
Festmusik am Habsburgischen Hof

 

Freitag 17.August 2018,

19.30 Uhr, Predigerkirche Basel

Tickets reservieren:

info@larynx-basel.ch

Preise:

40.-/30.-/15.-

Samstag, 18. August 2018,

19.30 Uhr, Französische Kirche Bern

Hier Tickets reservieren

Preise:

1. Kategorie: 75.-

2. Kategorie: 55.-

3. Kategorie: 35

Schüler/Studenten/Kulturlegi: 15.-

larynx | vokalensemble & LES PASSIONS DE L‘AME

Höfische Musik spielte für die Fürsten des Barock in Bezug auf Selbstverständnis und Repräsentation eine zentrale Rolle. Sie sollte die öffentliche Wahrnehmung ihrer Förderer stärken und deren Namen ruhmvoll in alle Ewigkeit bewahren. Die habsburgischen Herrscher von Wien waren da keine Ausnahme. Im Wettstreit mit Versailles vergrösserten sie ihre Hofkapelle und beschäftigten lange ausschliesslich Musiker und Komponisten aus Italien. Johann Joseph Fux wurde 1715 erster nicht italienischer Kapellmeister. Die vielen hervorragenden Komponisten am Hof von Wien schufen ein schier unerschöpfliches musikalisches Erbe. Alleine Fux, Caldara und Ragazzi schrieben – neben zahlreichen Opern und Oratorien – über 200 Messen.

Zu Beginn unseres Eröffnungskonzertes erklingt Fux‘ Serenada in C-Dur. Zehn feierliche Tanzsätze entführen Sie in das prunkvolle Ambiente des Wiener Hofes um 1700. Im Zentrum steht dann die grosszügig angelegte Messe für Soli, Chor und Orchester von Fux‘ Schüler Angelo Ragazzi. Ragazzis Werk schlummert derzeit fast vergessen in der Österreichischen Nationalbibliothek. In der Schweiz wurde seine doppelchörige Messe bisher noch nie aufgeführt. Das festliche Te Deum von Antonio Caldara, der unter Fux in Wien als Vizekapellmeister tätig war, beschliesst das Programm.

Für einen Abend voll barocker Klangpracht spannt das larynx | vokalensemble mit dem Berner Barockorchester Les Passions de L‘Ame unter Leitung von Meret Lüthi zusammen. Dem international tätigen Ensemble eilt – gleich der habsburgischen Hofkapelle – sein hervorragender Ruf weit voraus.